1100 beim Kulturaufstand

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Mit Trommeln und Trompeten machten sich 1100 Personen auf zum Rathaus. Doch die getragenen Schilder und Plakate machten deutlich, dass es sich eher um einen Trauermarsch handelte. Kulturschaffende aus allen Sparten gingen für den Erhalt der Kultur auf die Straße.

Zum Hintergrund: Die städtischen Vertreter der Zukunftskommmission fordern vom Theater, ab dem Jahr 2014 800 000 Euro im Etat, die übrigen Kulturbereiche (u.a. Museen, Kulturbüro, VHS,) 1,7 Mio. Euro einzusparen. Die Bezirksregierung in Arnsberg hingegen verlangt für den gesamten Kulturbereich ein Einsparvolumen von 8 Mio. Euro ab 2014.

Pelmke-Geschäftsführer Jürgen Breuer sah weitere Kürzungen im Etat „als Aufforderung an die Bürger, die Stadt zu verlassen, denn nur kulturelle Vielfalt macht eine Stadt interessant”.

Quelle: DerWesten

Statt kurzfristiger Sparbeschlüsse, fordern die Theatermacher, müssen jetzt, in der Krise, die Perspektiven für ein Theater in zehn, 15 Jahren entwickelt werden. Wir halten fest: Hagen ist die zweitbeste Musikbühne des Landes und kann mit Philharmonie, Ballett und der renommierten Kinder- und Jugendbühne „Lutz“ eine Auslastung von 75 Prozent vorweisen. (…)

„Keine Stadt, die jetzt in Nöten ist, schafft es, alleine aus diesen Schulden herauszukommen“, so Hilchenbach. „Da muss etwas passieren. Aber ein Weg, um überhaupt auf den richtigen Dampfer zu kommen ist sicherlich nicht, dass man sagt, so, das sparen wir weg, bis gar nichts mehr da ist. Bis solche Vorschläge kommen, stellt die Brunnen ab, wer das Wasser plätschern hören möchte, soll 50 Cent hineinwerfen. Damit kommen sie nicht auf eine Milliarde.“ (…)

Dazu gehört auch, an die Ränder unserer Gesellschaft zu gucken und das Haus zu öffnen – zum Beispiel sehr erfolgreich mit „Closing the Gap“, einem Tanztheaterprojekt des Ballett Hagen mit Menschen mit körperlichen Behinderungen. „Mit einem eigenen Ensemble“, so Hichenbach, „das heißt Orchestermusiker, Sänger, Tänzer, Schauspieler, haben Sie eine unendlich große Bandbreite, wie Sie noch über eigene Aufführungen hinaus in das städtische Leben, das ästhetische Leben, Bildungsleben, erzieherische Leben, soziale Leben einer Stadt eingreifen, mitbefördern und bestimmen können.“

Quelle: 3sat Kulturzeit

Eine Antwort to “1100 beim Kulturaufstand”

  1. Harald Wenk Says:

    Ungern , aber für die Diskussion doch entscheidend erinnere ich mich an
    Spardiskussionen für den Hagener Haushalt so Mitte der 80iger,
    also vor über 20 Jahren,
    bei denen der zeitlich am längsten und intensivsten diskutierte Vorschlag
    der wohl mit einer Rückwärtszeitmaschine mit vielen Zwischenstops transportierte die Schließung des Theaters mit Kompromiss: mindestens Balletschließung, war, den ich heuer im Rathaus diskutiert fand.
    Das gesparte Geld wären noch DM gewesen, selbst gute Historiker würden den Verbleib kaum nachvollziehen können.
    Das es in dieser dynamischen Zeit sowenig „Neues unter der Hagener Sonne“ gibt, kann ich nur mit strukturkonservativ 3. Ordnung oder so beschreiben.
    Angesichts des ungeheuren Produktitätszuwaches durch den PC in den letzten 20 Jahren ist das mehr als erstaunlich.
    Diese Mischung aus dauernden Änderungen, nur die verunsicherenden, insbesondere Sparzwangstrukturen, ändern sich nicht zum besseren, muss wohl Methode haben.
    Wie auch immer, ich muss den Wissenschaftlern des Konzepts „Politik der Angst“ doch viel Plausibilität einräumen.
    Schon viele haben sich gefragt, ob es überhaupt noch Möglichkeiten gibt, wie man das ändern kann, aber das gehört schon dazu.
    Ansonsten fand ich die Solidarität der persönlich anwesenden Hagener Sonne recht passend zu den Reden, die leidgeprüft die Dinge allesamt schnell und gut auf die Punkte bringen konnten.

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