Für den Erhalt des Hohenlimburger Bahnhofs

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Für den Erhalt des klassizistischen Empfangsgebäudes des Bahnhofs Hohenlimburg spricht sich die Vereinigung Freischaffender Architekten Berg-Mark (VFA) aus. Hintergrund ist die umstrittene Neuordnung des Areals um den städtbaulichen Schandfleck des Parkhauses.

In einer Erklärung kritisieren die Architekten:

„Wünschenswert wäre eigentlich nach städtebaulichen Wettbewerben die Ausarbeitung eindeutiger Vorgaben, was Rat und Verwaltung aber in doppelter Wortbedeutung verspielt haben. Die Stadt Hagen ist nicht einmal mehr in der Lage für den wertvollen und erhaltenswerten klassizistischen Bahnhof das Vorkaufsrecht zu nutzen. So konnte ein Investor K. kommen, den Bahnhof kaufen und allen Ernstes planen was ihm nützlich schien: Alles abreißen, Parkhaus und auch den Bahnhof, weil sonst Stellplätze fehlen. Statt dessen will er eine Betonkiste mit Silo errichten, nur halb so hoch und ohne Fenster. Damit wäre auch der Straßenraum der Bahnstrasse abgebrochen und das jenseitige Areal als Gewerbegebiet mit Auffahrrampe der Brücke abgestuft. Das hat Hohenlimburg nicht verdient! Der große Parkplatz bliebe ungefasst, weil ja der Bahnhof weg ist. Der Blick geht ins Leere über die Gleisanlagen. Das lässt sich auch nicht mit einem 9 m hohen Glasturm in der Achse der Bahnstrasse reparieren, wo Besucher unmittelbar zwischen Gleisen und Kreisverkehr sitzen sollen.

Ganz anders der Gegenentwurf von Meyer & Partner mit seinem Architekten Erich Wellie aus Arnsberg, der mit aller Liebe und architektonischer Qualität den denkmalwürdigen Bahnhof in den ursprünglichen Zustand zurückbaut. Die Bahnstrasse gibt den Blick auf das freigelegte Schloss frei. Der überzeugende Entwurf baut das ungeliebte Parkhaus so geschickt um, dass ein attraktives Einkaufserlebnis für den Kern von ganz Hohenlimburg zu erwarten ist. Das Gebäude ist völlig neu gestaltet. Freundlich, gläsern und funktional.“

Anmerkung: Eine Beseitigung des Bahnhofsgebäudes wäre ein weiterer Verlust für das Stadtbild, aber dennoch nicht überraschend. Es wäre nur ein neuer Beleg für die Geschichtslosigkeit vieler Entscheidungsträger in Hagen. Schon in der Vergangenheit war man flott mit der Spitzhacke dabei: ob beim (ebenfalls klassizistischen) Bahnhof Haspe oder beim Rathaus. Vermeindliche Gründe sind jeweils schnell konstruiert. Mal (angebliche) Baumängel, mal eine fehlende Feuertreppe. Was offensichtlich noch nicht in den Köpfen angekommen ist: Geschichtslosigkeit führt zu Gesichtslosigkeit.

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