DGB-Hagen: Arbeit und Ausbildung in tiefer Krise

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Der DGB Hagen ist in großer Sorge über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. In allen Bereichen verstärken sich die Probleme. Nach Angaben der Agentur für Arbeit brechen die Zahlen für Ausbildungsstellen mit rund 25% weg. Die Zahl der Kurzarbeiter bleibt nach wie vor auf sehr hohem Niveau und auch die Vermittlungsergebnisse von Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen bricht immer stärker ein.

Für den DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt eine Entwicklung, die bereits jetzt dramatische Auswirkungen hat und für die sich absehbar keine positive Trendwende abzeichnet.

Dabei verweisen die Hagener Gewerkschaften unter anderem auf die offiziellen Daten der Agentur. So berichtet die Regionaldirektion der Bundesagentur in ihrem Statistikbericht vom Mai 2009, dass im April des Jahres rund 9.300 Personen von den Job-Centern in Erwerbstätigkeit gebracht worden seien. Dies ergibt im Verhältnis zum Vorjahresmonat einen Rückgang von rund 46%.

Marquardt: „Wir machen also in der Krise aus, dass die Zahl der Entlassungen ansteigt und die der Vermittlungen in Arbeit immer stärker einbricht. Und nicht einmal perspektivisch scheinen Politik und Wirtschaft überzeugende Konzepte anbieten zu können. Wenn in dieser Lage noch die Ausbildungsstellen zurück gefahren werden, wächst die Dramatik. Hier muss ganz schnell gehandelt werden. Das Ansinnen der Agentur für Arbeit an die jungen Menschen sich nun ganz schnell zu bewerben, wird bestenfalls dazu führen, dass die „Schnellen“ bessere Chancen haben, die Lösung des Problems fehlender Lehrstellen ist das nicht.“

Der DGB in Hagen fordert die Unternehmen und auch die Stadt Hagen auf, noch einmal alle Möglichkeiten zur Einrichtung von Ausbildungsplätzen zu prüfen und aktiv zu werden.

„Wir brauchen dringend andere Signale“, so Marquardt, „und wir brauchen neue und weitere Ideen, wie wir den Jugendlichen helfen können. Dazu sind alle Beteiligten dringend aufgerufen. Vielleicht sollten die Lehrstellen suchenden Jugendlichen sich an den aktiven Schülern und Studenten orientieren, die in dieser Woche mit ihren Protesten auf ihre Situation aufmerksam machen.“

Eine Antwort to “DGB-Hagen: Arbeit und Ausbildung in tiefer Krise”

  1. Kai aus der Kiste Says:

    Der Hagener DGB, namentlich Jochen Marquart und Michael Hermund als die verantwortlichen Persönlichkeiten, haben sicherlich in den letzten Wochen das ihre getan, um gewerkschaftliche Positionen in Hagen zu akzentuieren. Sie haben eine der bestbesuchtesten Maikundgebungen der letzten Jahre auf die Beine gestellt. Daß der IG – Metall Chef NRW, Burkhard, dort teilweise dummes Zeug geredet hat, so z.B. die Abwrackprämie als Erfolgsmodell der Gewerkschaften mit der Regierung verkauft hat, liegt nicht (oder nur teilweise) in ihrer Verantwortung. Beide haben mit Nachdruck und erfolgreich für die große Kundgebung des DGB in Berlin am 16. 5. mobiliert. Andere, z.B. die Führung IG – Metall im märkischen Kreis, haben diese wichtige Veranstaltung geradezu boykottiert. Der DGB Hagen hat gemeinsam mit der VHS in der Veranstaltungsreihe „Gegen den Strom“ wichtige Diskussionen und Gespräche mit fundierten Referenten und wissenschaftlichem Hintergrund angeboten.

    Dennoch würde ich mir wünschen, daß der DGB Hagen und die Einzelgewerkschaften neben richtigen Apellen deutlicher den Konfliktcharakter der derzeitigen Situation herausarbeiten würde. Wir erleben nämlich inzwischen Planungen des Arbeitsplatzabbaus, die deutlich damit begründet werden, daß die Rendite gesichert wird und weiter hohe Dividenden ausgezahlt werden sollen. Deshalb wird auch erst gar nicht versucht, die möglichen zwei Jahre Kurzarbeit zu nutzen.

    Wenn die populäre Losung „wir zahlen nicht für Eure Krise – die Verursacher sollen zahlen“ gewerkschaftlich ernst genommen werden soll, dann ist solchen Bestrebungen eine klare Absage zu erteilen und im Zweifel die volle gewerkschaftliche Kampfkraft ins Feld zu führen.

    vergl. auch: http://www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4988&tx_ttnews%5Bcat%5D=24&cHash=ebd52dad29

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