Finanzbedarf für den ÖPNV

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Deutscher Städtetag, 13 Länder und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen stellten gemeinsame Studie zum „Finanzierungsbedarf des ÖPNV bis 2025“ vor.

Für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) besteht in den kommenden Jahren ein erheblicher Finanzbedarf, um Infrastruktur und Betrieb zu sichern und weiterzuentwickeln. Das hat die Studie „Finanzierungsbedarf des ÖPNV bis 2025“ ergeben, die gemeinsam vom Deutschen Städtetag, den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen sowie dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Auftrag gegeben und heute in Frankfurt vorgestellt wurde.

„Der ÖPNV in Deutschland hat heute einen im internationalen Vergleich herausragenden Standard. Die vorhandenen Standards wollen und müssen erhalten und in Anbetracht des Klimawandels und der Ressourcenknappheit effizient weiterentwickelt werden“, sagten für die Auftraggeber der Studie.

Ziel sei es, den stetigen Rückzug der öffentlichen Hände zu stoppen: „In der Realität der vergangenen Jahre hat sich zunehmend die Tendenz gezeigt, dass die Kofinanzierung des ÖPNV aus öffentlichen Kassen massiv zurückgenommen wird“, kritisierten die Auftraggeber gemeinsam.

Die Präsidentin des Deutschen Städtetages und Frankfurter Oberbürgermeisterin, Petra Roth, erklärte: „Ohne ein gut ausgebautes Netz an U-Bahnen, Stadt- und Straßenbahnen sowie Bussen können die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung in den Ballungsräumen nicht befriedigt werden. Außerdem sind sie Voraussetzung für ein lebendiges Wirtschaftsleben. Ohne Bus und Bahn wären viele hunderttausende Pendler aufs Auto angewiesen. Das hätte dramatische Folgen für die Luftqualität und die Lärmbelastung in den Städten. Bereitstellung und Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sind deshalb auch gelebter Klimaschutz.“

Für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen betonte Vizepräsident Volker Sparmann: „Auch für den Arbeitsmarkt habe der ÖPNV eine bedeutende Rolle. Die Studie belegt, dass rund 400.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt und indirekt vom ÖPNV abhängen. Das sind Arbeitsplätze, die lokal gebunden und nicht ins Ausland verlagerbar sind. Nimmt man die so genannten induzierten Arbeitsplätze noch dazu, werden sogar etwa 660.000 Arbeitsplätze in Deutschland nachhaltig durch den ÖPNV gesichert.“

Quelle: Deutscher Städtetag

(unter dem Link ist auch die komplette Studie verfügbar)

Anmerkung: Lutz Lienenkämper, der neue Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht vom ÖPNV als einer „unabdingbaren Voraussetzung“. Derweil sorgt die Regierung, der er angehört, dafür, daß mit Hilfe des Regierungspräsidenten Diegel der Busverkehr in Hagen auf Kleinstadt-Niveau zurückgefahren wird, da es sich um eine sogenannte „freiwillige (sprich: überflüssige) Leistung“ handele. Neben weiteren Verschlechterungen für die Fahrgäste zählen auch 40 Busfahrer, die jetzt ohne Arbeit dastehen, zu den Ergebnissen dieser Politik.

Eine Antwort to “Finanzbedarf für den ÖPNV”

  1. Kai aus der Kiste Says:

    Interessant, was unter \“Besser für Hagen\“ in dem alten (2004 – 2009) Wahlprogramm der Hagener SPD zum Nahverkehr steht:

    \“Vorrang hat der ÖPNV. Die Anforderungen des Wettbewerbs stellen die Hagener Straßenbahn jedoch vor große Herausforderungen. Das neue Liniennetz muss hierbei weiter optimiert werden. Schnelle Verbindungen von der Innenstadt in alle Nebenzentren sowie Verbesserungen bei Sicherheitsstandards und Taktzeiten bleiben dabei unsere Zielsetzungen. Für die Versorgung in der Fläche sind in Schwachlastzeiten Lösungen mit Bus und Taxen zu entwickeln.\“

    http://www.spd-hagen.de/db/docs/doc_4811_200483135552.pdf

    Da lohnt es genauer Hinzusehen: \“Der Wettbewerb\“ (?!) stellt die Hagener Straßenbahn vor große Herausforderungen? Hat \“der Wettbewerb\“ mit Deviraten gezockt? Hat \“der Wettbewerb\“ den Kürzungsforderungen, die über den \“Mentor\“ in den Köpfen der Hagener Kommunalpolitiker verankert wurden, stattgegeben?

    so viele Fragen, so wenige Antworten … (frei nach Brecht)

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