Hüh-Hott Rapp-Frick

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Der Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Handelskammer zu Hagen, Hans-Peter Rapp-Frick, bricht im Editorial der SIHK-Hauspostille Südwestfälische Wirtschaft eine Lanze für den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft. Noch vor einem Jahr unterstützte er vehement das Sparpaket des Mentors Bajohr. Wie geht das zusammen?

In der aktuellen Juni-Ausgabe der Südwestfälischen Wirtschaft beklagt Rapp-Frick: „Die Kultur wird immer mehr auf den Kostenfaktor reduziert, der Wert der Kultur gerät aus dem Gesichtsfeld. (…) Das Theater ist eng mit dem Aufstieg der Stadt Hagen verwoben. Das Sterben des Theaters könnte jetzt zum Menetekel des Sterbens der Stadt werden.“

Zu einer zukunftsweisenden Finanzierung des Kulturbereichs schlägt der SIHK-Mann vor: „Deutschland ist stolz auf den Kulturföderalismus. Die hohe Zahl und Dichte von Theatern und Museen sowie die facettenreiche freie Kulturszene sind unser Markenzeichen. Die Kosten dafür tragen aber nicht der Bund und die Länder, sondern sie werden in erheblichem Maße den Kommunen aufgebürdet. In Nordrhein-Westfalen liegt die öffentliche Kulturförderung zu drei Viertel bei den Kommunen und nur zu knapp einem Viertel beim Land. In Bayern und Baden-Württemberg tragen die Kommunen nur die Hälfte der Kosten. Da ist es nicht verwunderlich, dass die NRW-Städte, die ihre Pflichtaufgaben nicht mehr finanzieren können, bei den so genannten freiwilligen Leistungen kürzen und ihre Kulturetats zurückfahren.“

Vor exakt einem Jahr las sich das an gleicher Stelle vom gleichen Autor noch ganz anders: „Hagen und die Region müssen wieder zukunftsfähig werden. Deshalb gibt es keine Alternative zu dem drastischen Sparkurs.“

Und in einer Pressemitteilung der SIHK vom Mai 2008 heißt es: „Die Wirtschaft begrüßt es, dass sich das Sparpaket auf sämtliche Zweige des städtischen Lebens erstreckt.“ Also auch auf die Kultur.

Egal, ob er wendehälsig ist oder Gattin Eva als Kunsthistorikerin aufklärerisch tätig war: Hans-Peter Rapp-Frick wird sich entscheiden müssen. Das Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß!“ funktioniert nun mal nicht.

Eine Antwort to “Hüh-Hott Rapp-Frick”

  1. Allan Quatermain Says:

    Rapp-Frick hält es wie Adenauer:

    „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“

    Ebenso, dass jede Eintrittskarte im Theater z.Zt. mit 96,00 EURO Steuergeld subvensiert wird.

    Bei der Stadthalle hat man vor zig Jahren mal ausgerechnet, dass jeder Hagener,
    vom Säugling bis zum Greis, 3 X im Jahr, (ist ca. 600.000 zahlende Besucher,)
    den grünen Musentempel im Wasserlosen Tal besuchen müsste,
    damit hierbei ein Plus-Minus-Null Zuschuss für den Hagener Steuerzahler rauskommen würde.

    Da der Musentempel ein Fassungsvermögen von ca. 2000 Besucher hat,
    das Jahr aber nur 365 Tage hat, war dem damaligen Rat schon klar,
    das auch hier ein Fass ohne Boden errichtet wurde.

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