Demo für den Erhalt der Kultur in Hagen

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Hagener Kulturschaffende rufen zu einem Protestmarsch für den Erhalt sämtlicher Kultureinrichtungen in Hagen auf. Geplant ist eine Demo durch die Innenstadt zum Rathaus.

Termin: Donnerstag, 25. Juni, 14:30 Uhr ab Theater

In einer gemeinsamen Erklärung von Theater, Hasper Hammer, Pelmke, Werkhof, Allerwelthaus und Ballettfreunden geben diese ihrer Befürchtung Ausdruck, daß die öffentlichen und freien Kulturträger durch die gravierenden Sparpläne der Öffentlichen Hand in ihrer Existenz bedroht seien.

Weiter heißt es: Die kulturelle Grundversorgung ist ein unverzichtbarer Faktor für das Miteinander der Menschen in unserer Stadt und ebenfalls ein wichtiger Standortfaktor zur Ansiedlung von neuen Unternhemen in Hagen. Ein Wegfall würde zur weiteren Verödung beitragen und die ohnehin schon vielfältigen sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Stadt verschärfen. Gewachsene Strukturen werden zerstört, dem vielfältigem bürgerschaftlichen Engagement der Boden entzogen. 

Um dieses zu erwartende Szenario zu verhindern rufen wir alle Kulturinteressierten dazu auf sich an unserem Protestaktion zu beteiligen.

Diese findet statt am Donnerstag, den 25.06.2009 um 14.30 Uhr.
 
Wir treffen uns vor dem theater hagen und werden in einem Protestzug bis zum Rathaus marschieren. Dort wird im Dr. Ferdinand David Park eine Abschlußkundgebung mit Kulturbeiträgen vor dem Aller Welt Haus statt finden.
 
Sie können uns unterstützen in dem Sie an der Veranstaltung lautstark teilnehmen.

Geben Sie der Kultur in Hagen Ihre Stimme!

2 Antworten to “Demo für den Erhalt der Kultur in Hagen”

  1. TheAvenger Says:

    Wo sind eigentlich die Nutzer und Beschäftigten von VHS, Stadtbücherei, Musikschule etc. bei dem Widerstand gegen die Kürzungspolitik? Wollen die nicht oder dürfen sie nicht? Hat die Verwaltung ihnen einen Maulkorb umgelegt?

  2. Kai aus der Kiste Says:

    Die Kürzungen im kulturellen Bereich, die desolate Situation im Sozialen und die eigentliche finanzielle Nichthandlungsfähigkeit der Kommune Hagen sind, bildlich gesprochen, drei Gesichter einer Statue. Sie gehören zusammen und müssen zusammen gesehen werden.

    Es gibt unter den Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, die als Leiharbeiter an der Armutsgrenze gearbeitet haben und im Frühjahr als erste rausflogen oder die von Hartz IV leben müssen und deren versprochene „Förderung“ nie eingetreten ist, einen fatalen Hang, die Finanzierung der Kultur in einer Stadt als überflüssig anzusehen. Argumente wie: „das Geld gehört ins Soziale“, „ein Schuhmachermuseum brauchen wir nicht“ oder „die Operettenkiste ist sowieso nur was für Reiche“ sind aber nicht nur dort populär, sondern bis weit hinein in das gute Bürgertum. „Unnütze Prestigeobjekte unfähiger Politiker“ ist in diesen Kreisen die häufig gehörte Meinung.

    Ich warne vor solch einer Sichtweise! Wer sich eine lebenswerte gesellschaftliche Zukunft, auch in Hagen, überhaupt vorstellen kann, wird schnell dahinter kommen, daß es soziale Auskömmlichkeit ohne kulturellen Reichtum nicht geben kann.

    Deswegen gehören neben dem an der Erhaltung der Kultur interessierten Menschen auch alle die auf die Demo, die vom sozialen Abstieg bedroht sind und in dieser Stadt in Armut leben, vor allem aber die, die angefangen haben, sich zu wehren.

    Kultureller Reichtum und ist nicht mit uferlosen städtischen Mitteln in diesem Bereich zu verwechseln. Auch mit begrenzten Mitteln kann Vielfalt und Kreativität geschaffen werden. Aber eine Mindestgrenze ist einzuhalten, und die ist in Hagen schon lange unterschritten.

    Die Haushaltsmisere der Stadt Hagen ist durch weitere Kürzungen nicht lösbar. Sie erfordert eine grundlegende Wende in der Frage der Verteilung gesellschaftlichen Reichtums, und der ist im Überfluß vorhanden. Deshalb helfen auch keine zahnlosen Appelle und Fordrungen an Bund und Land.

    Die Kommune selbst, als ganzer, lebender Organismus, muß widerständig werden. Sie muß die Frage der Verteilung gesellschaftlichen Reichtums so auf die Tagesordnung setzen, daß Bund und Land handeln müssen. Dazu müssen die Bahnen des üblichen Verwaltungshandelns verlassen werden. Dazu gehört, daß die Stadt unmißverständlich erklärt, die Aufgaben nicht mehr umzusetzen, die ihr von Bund und Land aufoktroyiert werden, ohne sie zu bezahlen – soweit dies nicht direkt den Bürgern schadet. Schließlich ist ein demonstratives Handeln der gesamten Bürgerschaft nötig in einem Ausmaß, der bisher nicht bekannt ist: Ein toter Tag wäre denkbar, eine Vorwegnahme der drohenden Zukunft, eine art kommunaler Generalstreik wäre ein deutliches politisches Signal. Vielleicht ist die Demo der kulturellen Initiativen ein erster Schritt dazu.

    Es gibt dazu allerdings ein gewaltiges Hindernis: das geschwundene Vertrauen der Bürger in die Politik nahezu jeglicher Farbe und Schattierung. Dieser Vertrauensschund hat in Hagen eine klare Ursache: Daß keiner der an der Deviratzockerei Beteiligten klar dem Bürger gesagt hat: „Hier haben wir massiv und in unverantwortlicher Weise Mist gemacht“. Und die Konsequenzen gezogen und zurückgetreten wäre, anständigerweise auf Verzicht jedweder Pensionsansprüche.

    Der Autor dieser Zeilen wird in der Demo mit der Losung; „Wir zahlen nicht für Eure Krise – eine solidarische Gesellschaft erkämpfen !“ teilnehmen

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