Ganz ohne Selbstkritik

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Weihnachten, das Fest der Liebe und Hoffnung, ist vorbei. Was bleibt sind das Grußwort von OB Peter Demnitz und die Schulden der Stadt Hagen.

Die Jahreswende ist die Zeit der Laienprediger. Zu Weihnachten die belanglose Ansprache des Bundespräsidenten Köhler, zum Neujahr die Reden von Bundeskanzlerin Merkel und NRW-Ministerpräsident Rüttgers. Allesamt vorgetragen im Stile von Pastoren, die den Menschen Zuversicht geben wollen.

Was aus dem Munde von Kirchenmännern legitim erscheinen mag, artet bei der politischen Klasse der genannten nur in Selbstbeweihräucherung aus, bei der man sich fragen muß, ob diese Prediger naiv oder einfach nur zynisch sind. Der Kabarettist Georg Schramm („Neues aus der Anstalt“) hat daraufhin bereits einen Antrag auf Amtsenthebung von Köhler wegen arglistiger Täuschung des deutschen Volkes vorgeschlagen.

Da konnte und wollte unser aller Oberbürgermeister nicht zurückstehen.

Der OB versucht, trotz der katastrophalen finanziellen Lage unserer Stadt, das vermeintlich Positive herauszustellen. Da ist zum Beispiel der Bau des 24 Mio. Euro teuren Freizeitbades. Leider vergaß Herr Demnitz, die damit einhergehende Schließung der vorhandenen Bäder zu erwähnen. Damit auch genug Besucher zum neuen Freizeitbad kommen, werden die vorhandenen Bäder gegen den massiven Widerstand der Bevölkerung ausgetrocknet. Diese Beschlusslage zeigt in beeindruckender Weise wie an den Bedürfnissen der Hagener Bürgerinnen und Bürger vorbei entschieden wird. Prestigeobjekte können wir uns nicht leisten, wenn gleichzeitig unsere Schulen verrotten und die Leistungen des ÖPNV stark reduziert werden.

Die Derivatzockereien der Stadt standen nach Ansicht von Demnitz „im bunderweiten Fokus“. Kein Wort davon, daß er selbst – gemeinsam mit der angeblich ahnungslosen damaligen CDU-Kämmerin Grehling – diese Verträge abgezeichnet hat.

Alles in Allem strotzt das Grußwort nur so vor Zweckoptimismus und Halbwahrheiten. Ein bisschen Selbstkritik von der Person Peter Demnitz und der Institution SPD hätte dem Grußwort gut getan. Leider findet sich kein Wort darüber, was die Stadt in die finanzielle Katastrophe geführt hat.

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