Am 07. Mai wird die selbsternannte Bürgerbewegung „Pro NRW“ eine Kundgebung in Hagen abhalten. Die DGB-Jugend ruft zu Protesten gegen die rechtspopulistische und rassistische Partei auf! „Rassisten haben in Hagen keinen Platz, ihnen muss entschieden entgegen getreten werden“, so Tim Ackermann, DGB-Jugendbildungsreferent in Hagen.
Unterstützt wird dieser Aufruf auch von den Hagener GRÜNEN und vom Hagener DGB, der zusammen mit islamischen Verbänden zu einem Besuch der Moschee in der Körnerstraße einlädt. Die Arnsberger Bezirksregierung erachtet die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an Gegenveranstaltungen zu den „Pro NRW“-Aufmärschen ausdrücklich für „wünschenswert“.
Am 07. Mai will „Pro NRW“ um 17 Uhr eine Kundgebung in der Körnerstraße in unmittelbarer Nähe zu der VIKZ-Moschee und der Islamisch-Kurdischen Gemeinde abhalten. Dies ist Teil ihrer Wahlkampftour, bei der sie unter dem Motto „Freiheit statt Islam“ in 28 Städten in NRW ihre rassistische Hetze verbreiten wollen.
Bisher ist ihnen in allen von ihnen heimgesuchten Städten massiver zivilgesellschaftlicher Protest entgegen gebracht worden. Auch die DGB-Jugend Hagen ruft dazu auf, die rassistischen Parolen von ProNRW nicht unwidersprochen stehen zu lassen. „Gegen die menschenverachtenden Vorstellungen von „ProNRW“ wollen wir friedlich auf die Straße gehen, um laut und bunt zu zeigen, dass Ausgrenzung und Rassismus bei uns keinen Platz haben. Wir wollen stattdessen eine Gesellschaft in Vielfalt, in der wir von unseren verschiedenen Kulturen lernen und uns gegenseitig bereichern können! Ein gutes Leben ist für uns nur zusammen möglich!“ sagt Tim Ackermann.
Die Partei ProNRW ist ein Ableger der Kölner Organisation ProKöln. Seitdem es ProNRW gibt, versucht die Partei sich als eine „Bürgerbewegung“ zu präsentieren. Statt offen „Ausländer raus!“ zu rufen, fordert ProNRW „Islamisierung stoppen!“. Dahinter stecken jedoch dieselben rassistischen Hass- und Hetzparolen.
Um die Verstrickungen der „ProNRW“ Funktionäre zu Extrem Rechten Parteien und Kameradschaften sowie ihr rassistisches Weltbild offen zu legen wird am 09. Mai eine Infoveranstaltung stattfinden. Unter dem Titel „ProNRW – Rechtspopulismus und Antimuslimischer Rassismus“ wird ein Referent des Arbeitskreises Rechtsextremismus der DGB-Jugend NRW in der Pelmke referieren.
Kundgebung der DGB-Jugend:
Montag, 07.05.2012, ab 16:30 Uhr, Ecke Körnerstraße/ Hindenburgstraße
Info-Veranstaltung:
„ProNRW – Rechtspopulismus und Antimuslimischer Rassismus“, 09.05.2012, 19:00 Uhr, Kulturzentrum Pelmke (Pelmkestraße 14), Referent: Lenard Suermann
Grüne Hagen unterstützen den Aufruf der DGB-Jugend zum Protest gegen pro NRW
Die Grünen Hagen unterstützen den Aufruf der DGB-Jugend, am kommenden Montag um 17 Uhr gegen eine Aktion von pro NRW auf der Körnerstraße zu protestieren.
Pro NRW kommt mit seiner landesweiten Anti-Moscheen-Tour am 7.5. auch nach Hagen. Seit dies bekannt ist, wird darüber diskutiert, ob man die Aktion ignorieren sollte, um sie nicht aufzuwerten oder ob zahlreicher und lautstarker Protest angesagt ist.
Dazu erklärt die grüne Landtagskandidatin Karen Haltaufderheide:
“Wir sind froh, dass die DGB-Jugend zum Protest gegen pro NRW in Hagen aufruft und schließen uns diesem Aufruf gerne an. Viel zu lange haben DemokratInnen geglaubt, rechte Tendenzen und Gruppen durch tot schweigen zu können. Die Enthüllungen der letzten Monate und die aktuellen Ereignisse in Radevormwald zeigen, dass dies der falsche Weg ist. Wir machen im aktuellen Wahlkampf in Hagen verstärkt die Erfahrung, dass auch wir zunehmend ausländerfeindlichen Beschimpfungen ausgesetzt sind. Deshalb: Wir stellen uns am Montag schützend vor muslimische MitbürgerInnen. Kein Fuß breit den Rechten!”
Toleranz durch Begegnung
Der Hagener DGB nimmt den „Besuch“ der Rechtspopulisten zum Anlass, sich von Vertretern des Bildungs- und Kulturvereins und der islamisch-kurdischen Gemeinde über ihre Arbeit näher informieren zu lassen, um anschließend gemeinsam weitere Wege für ein gutes Miteinander zu suchen und zu finden.
Denn die Gewerkschaften wissen um die vielen noch ungelösten Fragen bei der Gestaltung gemeinsamen Lebens und bei der Bewertung unterschiedlicher religiöser und kultureller Lebensgestaltung. Allerdings herrscht auch viel Unkenntniss und Unwissenheit übereinander. Deshalb soll versucht werden, diese Missstände weiter abzubauen und gleichzeitig ein Zeichen des Miteinanders zu setzen.
Die o.g. Veranstalter laden deshalb um 16.00 Uhr in die Moschee, Körnerstr. 77-79 ein.
Eine Anmeldung beim DGB Hagen ist erforderlich: Tel. 023331-3860415 oder email anne.sandner@dgb.de
Kein „Demo-Verbot“ für Schüler und Lehrer
Im Regierungsbezirk Arnsberg gibt es keine Verfügung, die Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrpersonal generell eine Teilnahme an Demonstrationen für Demokratie und Toleranz während der Unterrichtszeiten untersagt. Darauf weist die Bezirksregierung aus aktuellem Anlass ausdrücklich hin.
Schülern und Lehrkräften drohen somit keineswegs automatisch Sanktionen, wenn sie sich während der Unterrichtszeiten an Veranstaltungen beteiligen, die sich gegen extremistisches, demokratiefeindliches Gedankengut richten. Dies betont die Bezirksregierung Arnsberg jetzt angesichts einzelner Veranstaltungen, die die rechtsextreme Partei „Pro NRW“ für diese Woche in Städten im Regierungsbezirk, u.a. in Hagen, angemeldet hat. Die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an Gegenveranstaltungen hält die Bezirksregierung vor allem dann für wünschenswert, wenn dies sinnvoll in den Schulunterricht integriert wird – zum Beispiel auch durch den Besuch einer Moschee.
Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann: „Erziehung zu Demokratie und Toleranz sind ganz wesentliche Aufgaben von Schulen. Wenn Schülerinnen und Schüler den Wunsch haben, ihren Protest gegen Extremismus zum Ausdruck zu bringen, können wir das daher nur begrüßen. Deswegen begrüßen wir es ebenfalls, wenn sie und ihre Lehrerinnen und Lehrer auch während der Unterrichtszeiten an Gegendemonstrationen in den jeweiligen Städten teilnehmen.“
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